Handwerk hat einen goldenen Boden
Februar 10th, 2011 by Profimechaniker

Alte Handwerksberufe sind Schmied und Töpfer, die sich bereits in dörflichen Gemeinschaften angesiedelt hatten. Später kamen Weber, Tischler, Zimmerer, Gerber, Goldschmiede und viele andere Berufe hinzu.

Heutzutage nehmen wir häufig die Dienste eines Handwerkers in Anspruch. Ein Maler streicht in unserer Wohnung die Wände, Türen und Fenster. Der Elektriker hilft, neue Leitungen und Steckdosen zu verlegen. Geht mal die Waschmaschine kaputt, kommt er vorbei und stellt eine Diagnose. In den meisten Fällen lässt sich der Schaden beheben und man spart viel Geld. Und alle  fürchten meist die fällige Inspektion, da sie häufig mit hohen Reparaturkosten verbunden ist. Und unser täglich Brot liefert der Bäcker an der Ecke, leider ist es in den wenigsten Fälle noch selbstgebacken, sondern wird von großen Brotfabriken geliefert. Hier stirbt langsam ein alter Handwerksberuf aus.

Die Handwerksbetriebe sind nach der Handwerksordnung in 41 zulassungspflichtigen, 53 zulassungsfreien und 57 handwerksähnlichen Gewerben tätig. Die Ausbildung dauert in der Regel drei Jahre und endet mit der Gesellenprüfung. Will man Meister werden, so muss man erfolgreich die Meisterprüfung (Großer Befähigungsnachweis) ablegen. Durch das Meisterdiplom wird dem Kandidaten umfassendes theoretisches Wissen und praktisches Können in seinem Beruf, kaufmännischen Belangen, der Ausbildung bescheinigt. Es gestattet ihm, einen Betrieb zu führen sowie Auszubildende im jeweiligen Beruf auszubilden.

Ab 10. Januar 1949 genügte eine Postkarte um ein Gewerbe anzumelden – der Meisterzwang entfiel. Es setzte ein Gründungsboom ein. Allein in München wurden im ersten Jahr der Gewerbefreiheit soviele Gewerbe angemeldet wie vorher insgesamt bestanden hatten. Diese Freiheit wurde jedoch 1953 mit Verabschiedung der Handwerksordnung wieder eingeschränkt. Für 94 handwerkliche Berufe wurde abermals bundesweit die Meisterpflicht eingeführt.

2003/2004 beschloß der Bundestag eine Novellierung dieser Regelung: In der Handwerksrechtsnovelle wird die Gewerbefreiheit in 53 Handwerksberufen wieder eingeführt. Für jene Berufsstände reicht nunmehr der kleine Befähigungsnachweis. Die übrigen 41 Handwerke behalten den Zwang zum großen Befähigungsnachweis, es sollen aber Alternativen zum Meisterbrief geschaffen werden.

Hat das Handwerk eine Zukunft? Da hilft eine Umfrage, die unter bayerischen Handwerkern durchgeführt wurde: Hier gaben mehr als 70 Prozent an, dass sie mit ihrer wirtschaftlichen Situation zufrieden sind. Also sieht man daran, dass die Auftragslage für Handwerker sehr gut ist. Viele Dienstleistungen lassen sich nur von kleinen Handwerksbetrieben erledigen, grosse Unternehmen können das nicht leisten.


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